6 Fragen an... Bojan Karac

Heute wollen wir einen unserer Neuzugänge Bojan Karac in 6 Fragen etwas genauer vorstellen.

Im allerletzten Moment bist du von Seiersberg nach Kainbach gewechselt. Hast du dich schon gut eingelebt in der Mannschaft? Wie gefällt es dir im Grazer Osten?
Die Mannschaft hat mich sehr gut aufgenommen, vom ersten Tag, als auch der Trainer. Ich habe das durch die Leistung zurückgegeben und mir damit den Respekt verschafft vom ersten Training an. Das Training macht mir immer aufs neue Spaß von der Kameradschaft, bis zur Art des Trainings. Das Training ist auch immer Abwechselnd und nie voraus zu sehen, wie manch anderswo, was auch den Spaß mitbringt. Die Spiele sind dann immer die Krönung. Eine herrscht eine recht gute und lässige Atmosphäre.

10 Tore in 5 Spielen – eine tolle Bilanz! Was ist deiner Meinung nach der Schlüssel zu so einer Topquote?
Ich versuche im Training immer mein Bestes zu geben. Die momentane Stimmung, in der ich während des Trainings bin (manchmal mehr, manchmal weniger, aber jeder hat nebenbei noch viele Sachen, die ihn beschäftigen) spielt hier auch eine große Rolle. Ich trainiere aber auch viel an den trainingsfreien Tagen. Im Spiel konzentriere ich mich auf das Match und der Rest kommt dann von alleine...

Unsere Fans kennen dich hauptsächlich als Spieler am Spielfeld. Was kannst du über dich in 3 Sätzen erzählen (um dich etwas näher vorzustellen)?
Das ist eine schwierige Frage, denn ich rede nicht gerne über meine Vor- und Nachteile, ich lasse lieber andere reden, und denke mir dann selber im Kopf, ob manche Sachen auch wirklich stimmen und versuche Negatives immer wieder zu verbessern und Gutes beizubehalten.

Du stammst ja aus Zenica, also aus dem Herzen Bosnien & Herzegowinas. Inwieweit sind die Erinnerung des Balkankrieges noch präsent und wie bist du nach Österreich gekommen?
Während des Balkankriegs war ich noch ein kleiner Junge, ich habe also nicht so viele Erinnerungen und versuche das Schlechte immer zu vergessen. Aber es gibt noch immer Erinnerungen an die Bomben, Granaten, die Hungersnot... Nach Österreich bin ich zum Studieren gekommen, derweil mache ich noch immer mein BWL -Studium und hoffe dass ich langsam auch fertig werde:)))

Welche Ziele, sowohl privater als auch sportlicher Natur, hast du dir für dein Zukunft gesetzt?
Im Privatleben möchte ich mein Studium zu beenden, somit einen guten Job bekommen und mir damit die Zukunft hier in Österreich - Graz zu sichern. Sportlich mochte ich viele Spiele gewinnen, momentan mit Kainbach-Hönigtal. Zum Schluss schauen wir dann, was sich alles ergibt...vielleicht klappt es mit dem Aufstieg. Auf lange Sicht ist alles offen, man weiss nie was der Fussball bringt.... der Ball ist ja schliesslich rund.

Was bedeutet der Begriff Heimat für dich und wo ist dein zuhause – deine Heimat?
Mein Zuhause ist natürlich Zenica, Bosnien & Herzegowina, das sollte ich nie vergessen. Dort lebt meine Mutter, meine Familie, mein Vater ist dort begraben (übrigens hat er mir überhaupt das Fussballspielen gelehrt, leider ist er früh verstorben...) und meine restliche enge Familie. Ich werde diese Stadt immer besuchen und lieben. Aber ich habe mich in den Jahren, die ich hier verbracht habe, sehr gut eingelebt und mir gefällt es hier sehr gut, Gott sei Dank, somit kann ich sagen, dass Graz meine zweite Heimatstadt ist. Wenn ich wählen könnte, wo ich mein Leben verbringen würde, würde für mich nur Graz und Zenica in Frage kommen.

Danke für das Gespräch und alle Gute!

5 Fragen an...Reinhard Rottensteiner

Wir stehen kurz vor Saisonbeginn unserer Kampfmannschaft II. Dieses Jahr will man um den Platz an der Sonne mitmischen. Wir haben Trainer Reini Rottensteiner vor Meisterschaftsstart vors Mikrophon gebeten:

Wie lief die Vorbereitung? Warst du zufrieden mit deinen Jungs? Wie ist dein Gefühl vor Saisonstart?
Die Aufbauphase für die kommende Saison in der 1. Klasse Mitte B war bei unserem Team ziemlich durchwachsen – Urlaube, kleine Verletzungen, die allgemeine Kadersituation, und ähnliches. Dennoch war ich im Großen und Ganzen zufrieden, auch wenn ich mir bei den Trainings eine größere Beteiligung gewünscht hätte. Das 6:1 gegen Weinitzen hat mir imponiert. Die Tests gegen Kalsdorf (4:7) und GAK (1:2) waren wie erwartet schwer, dennoch hat man einiges gesehen – positiv wie negativ. Der letzte Test gegen Kaindorf/Sulm war toll. Obwohl wir 2:3 verloren haben, konnte man sehen, wohin auch meine Jungs heuer wollen – an einen Platz an der Sonne! Mit meinen jungen Wilden bin ich sehr zufrieden, sie haben in den letzten eineinhalb Jahren viel gelernt – sportlich wie auch menschlich. Der Umgang untereinander ist toll. Die Stimmung passt. Um am besten mein Gefühl vor dem Saisonstart zu beschreiben: leicht nervös, positiv angespannt – ich freu mich auf diese Saison!

Wer sind deiner Meinung nach die Favoriten der Liga? Wird schon das erste Spiel gegen den ASKÖ Murfeld ein Schlüsselspiel?
Der Favorit ist sicherlich Murfeld, gegen die wir bereits kommenden Samstag zu hause starten. Ich bin eigentlich froh, dass wir die Murfelder, die sich ziemlich verstärkt haben, zu Beginn haben. Aber es sind noch andere in der Liga, die man nicht unterschätzen sollte bzw. unterschätzt wird keiner. Man hörte von einer starken Vasoldsberg – Mannschaft, Strassgang soll ganz gut aufgestellt sein und Justiz unterschätze ich ohnedies nicht. Und dann ist ja auch noch Lassnitzhöhe – die sind schwer einzuschätzen, werden uns aber das Leben schwer machen! Fact ist, dass für eine spannende Saison gesorgt sein wird!

Du hast in der abgelaufenen Saison an die 40 Spieler eingesetzt. Mit diesem Pool an Fußballern kommen mancherorts schon zwei Mannschaften aus. Ist es bei dieser Diskontinuität nicht fast unmöglich, vorne mitzuspielen und womöglich den Aufstieg zu schaffen?
Es waren nach meinen Recherchen „nur“ 36! Das ist ein Wahnsinn, das gibt’s nur in Kainbach. Und da sind Talente aus der Ib noch gar nicht eingerechnet. Zum einen ist es toll, wie viele junge Kicker für diesen Verein laufen, zum anderen aber verdammt schwer eine Kontinuität zu gewährleisten. Wir hatten letzte Saison nur zwei Spiele, in denen dieselbe Mannschaft eingelaufen ist. Ich bin der Meinung um ganz vorne mitspielen zu können, braucht man ein stabiles Grundgerüst von 7 – 8 Spielern, die restlichen 3 – 4 Positionen können mit den, zum aktuellen Zeitpunkt, besten Spielern ergänzt werden. Auf eine starke Bank sollte man auch immer zurückgreifen zu können. Trotzdem ist es schön, dass so viele Freude an der schönsten Sache der Welt (= Fußball) haben und dabei sind.

Du kennst dein Team nun schon seit einiger Zeit. Wo sind deiner Meinung nach die Stärken bei unseren jungen Wilden? (die Schwächen werden wir nicht verraten;)

Die Stärken liegen klar in der Offensive und in der Vielfalt der Charaktere. Angeblich spielen wir in der Liga den schönsten Fußball. Heuer wollen wir zeigen, dass dieser auch effektiv sein kann! Ich habe von einem intelligenten Trainer einmal folgendes Zitat gehört: "Forciere die Stärken und arbeite an den Schwächen!" Das find ich ziemlich gut – und so versuche ich auch mit dem Team zu arbeiten.

Du hast einige andere Angebote von höherklassigen Vereinen im Sommer gehabt, diese aber ausgeschlagen und dich für unseren USV entschieden. Was waren deine Beweggründe?

Weil mein Herz in Kainbach hängt. Es war auch meine Rückkehr nach GAK, M. Hartmannsdorf und Jagerberg eine reine Herzensentscheidung. Man kann sagen „ back to the roots“. Es war heuer die Entscheidung allerdings sehr schwer für mich, da wirklich interessante Angebote dabei waren, aber ich habe einmal versprochen, dass ich in Kainbach noch einmal MEISTER werden will. Das letze Mal hab ich das mit der damaligen U15 2005/2006 geschafft. Außerdem, welcher Verein kann ein solches Umfeld, eine derartige Infrastruktur und eine entsprechende Qualität bieten – an dieser Stelle möchte ich auf die hervorragende Nachwuchsarbeit im Verein verweisen! Der Weg in Kainbach stimmt und ist goldrichtig!

Danke für das Gespräch und viel Glück für den Meisterschaftstart am Samstag!

5 Fragen an...Hans-Jörg Lebenbauer

In der dieswöchigen Vorstandssitzung wurdest du einstimmig als Obmann-Stv. in den Vorstand kooptiert. Als Ordnerobmann, Boss der Kainbacher Security und "Guter Geist für eh alles" kennt dich der Kainbacher Fußballfan schon seit gut einem Jahr. Stell dich bitte unseren Lesern kurz vor:

Hans-Jörg LEBENBAUER
48 Jahre
ledig, Lebensgemeinschaft mit einer Kainbacherin
Polizeibeamter (seit ca. 20 Jahren  im Innendienst tätig)
im Gemeindegebiet von Kainbach wohnhaft

Hobbies
alles rund um den Fußball (besuche seit 1972 regelmäßig Fußballspiele, vor allem jene des regierenden österreichischen Fußballmeisters SK Sturm Graz und natürlich glühender USV-Fan),

„Frischluftfanatiker“, Sammeln von Modellautos, Hunde- und Katzenbesitzer

Fußballfunktionär
1992 – 2011 SC Kalsdorf (lege im Sommer meine do. Funktion nieder)
Seit 2009 USV Iveco Magirus Kainbach-Hönigtal

Eigene Fußballkarriere (sehr kurz, Abbruch aufgrund der Nichtförderung des Talentes)
1971 – 1973 Jugendmannschaft ASV Gösting
1973 – 1977 Schulmannschaft Hauptschule Fröbelgasse in Graz
1977 – 1980 Klassenmannschaft Handelsschule Grazbachgasse in Graz (interner Schulmeister)

Obmann-Stv. klingt im ersten Moment "sehr, sehr wichtig";). Erkläre uns bitte kurz dein Aufgabenfeld in unserem einzigartigen USV.

Vorab herzlichen Dank, dass ich  als „Stadtflüchtling“ und „Zuagroaßter“ so toll in die große USV-Familie aufgenommen worden bin. Meiner Meinung sollte man die jeweiligen Funktionen in einem Verein nicht mit „wichtig“ oder „unwichtig“ bezeichnen. Nach den gesetzlichen Vorschriften sind natürlich gewisse Funktionen vorgegeben, damit von einem Verein gesprochen werden kann. Vielmehr sollte, wie im Fußball überhaupt,  in einem Vereinsvorstand die Teamarbeit im Vordergrund stehen. Nur so können Ziele erreicht werden. Wichtig ist vor allem, dass jeder, der in einem Verein (egal in welchem) eine Funktion übernimmt, diese Aufgabe mit dem ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, Fertigkeiten und Fähigkeiten best möglich ausfüllen kann. Mein Aufgabenfeld möchte ich nicht konkretisieren, einfach anpacken wo es notwendig ist.

Es gäbe ja eine Vielzahl an Projekten, die in der gedanklichen Schublade liegen, deren Realisierung aber aufgrund der personellen und finanziellen Lage (noch) nicht möglich ist. Hast du ein "Liebkind" unter diesen bzw. welche Ziele setzte du dir für die kommende Saison?

Träumen ist erlaubt, man sollte jedoch nie die Realität aus den Augen verlieren. Was bringt derzeit ein Aufstieg, wenn die meisten Gegner in der West- und Südsteiermark „zuhause“ sind? Es sind weitere Anfahrtswege in Kauf zu nehmen, unsere Fans werden sich z.B. zweimal überlegen nach Deutschlandsberg zu einem Auswärtsspiel zu fahren (derzeitiger Schnitt bei Auswärtsspielen liegt bei ca. 30 - 40 mitgereisten USV-Fans) Auch fällt meiner Meinung nach für die treuen und tollen USV-Fans mit den Gegnern (z.B. keine Derbys) die Attraktivität Spiele des USV zu besuchen. Ziel für die Zukunft sollte es vielmehr sein, dass sich der USV in den nächsten Jahren in der Unterliga-Mitte im „oberen Tabellenbereich“ etabliert.
Als „Liebkind“ möchte ich die Bewahrung der derzeit äußerst positiven Stimmung innerhalb und außerhalb des Vereins bezeichnen (gute Kampfmannschaften, gute Trainer, tolle und begeisterungsfähige Fans, hervorragende Infrastruktur).

Beim Landesligisten Kalsdorf warst du vor deinem Umzug nach Kainbach jahrelanger aktiver Funktionär. Wo siehst du die Unterschiede zwischen dem "großen" Landesligaverein Kalsdorf und dem "kleineren" Kainbach-Hönigtal.

Der Unterschied ist leicht erklärt – die höhere Leistungsklasse bringt eine bessere spielerische Qualität mit sich. Um diese Qualität zu erhalten und auszubauen sind naturgemäß größere finanzielle Mittel nötig. Auch ist in der Landesliga die „Breite der Spitzenklubs“ größer (zwei bis drei hintereinander nicht gewonnene Spiele reichen hier oftmals um eine Meisterschaft zu verlieren). In der Unterliga gibt es meist nur einen (maximal zwei) Aufstiegskanditaten. Umso bemerkenswerter ist daher die Erreichung der besten Platzierung in der USV Vereinsgeschichte – lange Zeit die Meisterschaft offen gehalten, am Ende als Aufsteiger sensationeller Zweiter. Eine Parallele zwischen beiden Vereinen kann dahin gehend gezogen werden, dass durch den Bau neuer Sportanlagen in beiden Gemeinden eine tolle Infrastruktur geschaffen wurde. Hier sehe ich sogar den Kunstrasenplatz in Kainbach als kleinen Vorteil, da dadurch bessere Trainingsmöglichkeiten vorhanden sind und damit einhergehend auch eine Ersparnis von Platzmieten gegeben ist.

Der Sommer naht und kurz vor dem Saisonende schwirren schon die ersten Transfergerüchte rund um das Kainbacher Waldstadion. Wo siehst du unseren Verein, die Kampfmannschaft I & II sowie die Kooperation mit unserem JSV Ries-Kainbach in der nächsten Spielzeit stehen?


Transfergerüchte schwirren nach Abschluss jeder Saison durch die Luft, auch rund ums Kainbacher Waldstadion. Lassen wir uns überraschen, was die Transferzeit  mit sich bringt.
Die Zukunft sollte meiner Meinung nach so ausschauen, dass – ich nenne es den „Kainbacher Weg“ – die Jugendspieler des JSV-Ries-Kainbach über unsere Kampfmannschaft II den Weg in die Kampfmannschaft I finden sollten. Dieser bereits eingeschlagene Weg sollte auf alle Fälle weiter beschritten werden, d.h. die Spieler der Kampf- und Jugendmannschaften sollten aus der Region kommen und beim USV (JSV) die Möglichkeit haben sich zu entwickeln bzw. dauerhaft eine Heimat zu finden. Auf alle Fälle sollte vermieden werden, aus dem USV eine „Legionärstruppe“ zu machen. Damit meine ich nicht nur ausländische Fußballer,  sondern auch das Engagieren von heimischen Spielern, welche von weit her kommen und daher oftmals keinen (oder kaum einen) Bezug zum Verein aufbauen können / wollen (Motto: „Ich spiel` hier und kassier“).
Mehrere Gespräche, welche ich in letzter Zeit mit Fußballinteressierten – auch außerhalb unserer tollen Sportanlage – geführt habe, haben eines deutlich gezeigt: Der USV Kainbach-Hönigtal und sein Kooperationsverein JSV Ries-Kainbach gehören in Graz und Graz-Umgebung zu den guten Adressen im steirischen Fußball. Dies werte ich als gutes Zeichen, dass man sich auf dem richtigen Weg befindet.